Erstes Treffen in neuen Rollen: Carl-Philipp Sassenrath im Gespräch zur Sozialstaatsreform mit DRK-Präsident Hermann Gröhe

Manche Gespräche brauchen keinen offiziellen Anlass – und finden ihn dann doch. Was als erstes Treffen in neuen Rollen lange geplant war, erhielt durch den Vorschlag der Kommission zur Sozialstaatsreform besondere Bedeutung. In Berlin traf der Bundestagsabgeordnete Carl-Philipp Sassenrath auf Hermann Gröhe, seit vergangenem Jahr Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und sein Vorgänger als Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Neuss, Dormagen, Grevenbroich und Rommerskirchen.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie der Sozialstaat auch unter veränderten Rahmenbedingungen verlässlich bleiben kann. Demografischer Wandel, knappe Kassen und steigende Anforderungen machen deutlich, dass seine Strukturen erneuert werden müssen, wenn er dauerhaft tragfähig sein soll. Die Vorschläge der Kommission zielen dabei auf eine grundlegende Vereinfachung. So sollen Sozialleistungen stärker gebündelt und verständlicher gestaltet werden. Leistungen, die heute von vier verschiedenen Behörden bearbeitet werden, sollen künftig in zwei Zuständigkeiten zusammengeführt und über gemeinsame Anlaufstellen erreichbar sein. Zugleich geht es darum, Arbeit wieder stärker zu belohnen und digitale Abläufe auszubauen.

Carl-Philipp Sassenrath machte deutlich, dass eine Reform des Sozialstaats notwendig ist, um seine Leistungsfähigkeit zu sichern. Gerade deshalb sei es entscheidend, frühzeitig den Austausch mit denen zu suchen, die Verantwortung in der täglichen Versorgung von Menschen tragen. „Die Arbeit der Wohlfahrtsverbände vor Ort ist für unseren Sozialstaat unverzichtbar“, sagte Carl-Philipp Sassenrath. Er erlebe gerade im Rhein-Kreis Neuss stetig, welche große Bedeutung die Wohlfahrtsverbände für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben. Dazu trügen die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes in Neuss und Grevenbroich ganz maßgeblich bei.

Hermann Gröhe betonte, es sei „die ureigenste Stärke aller Wohlfahrtsverbände und anerkannten Hilfsorganisationen, dass in ihrer Arbeit der Einsatz haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter miteinander verbunden ist“. Dadurch arbeiteten sie nahe an den Menschen, die sie unterstützten, und machten deutlich, dass unsere Gesellschaft davon lebt, dass Manschen füreinander einstehen. Die Ehrenamtlichen, so Hermann Gröhe, brauchten „verlässliche verbandliche Strukturen, gute Aus- und Weiterbildungsangebote sowie angemessene Räumlichkeiten und Ausstattungen“. Dafür setze ich das Deutsche Rote Kreuz vor Ort und auf Bundesebene nachdrücklich ein: „Deshalb erwarten wir auch, dass die Wohlfahrtsverbände an der Diskussion um eine Reform unseres Sozialstaates angemessen und frühzeitig beteiligt werden.“ Die Bedeutung des Einsatzes Ehrenamtlicher habe sich auch beim großflächigen, mehrtägigen Stromausfall im Südwesten Berlins nach einem Brandanschlag Anfang Januar gezeigt. Gröhe und Sassenrath vereinbarten eine weitere Vertiefung des Austausches gerade auch zum Zivil- und Katastrophenschutz, der derzeit auch im Rhein-Kreis Neuss ein wichtiges Thema ist.

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