Arbeitsmarkt im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach: Carl-Philipp Sassenrath fordert stärkeren Fokus auf junge Menschen

Der Arbeitsmarkt in der Region sendet ein Warnsignal. Während Unternehmen offene Stellen nicht besetzen können, wächst ausgerechnet bei jungen Menschen die Arbeitslosigkeit deutlich. Diese Entwicklung ist bislang wenig beachtet und gibt Anlass zur Sorge: Im Agenturbezirk Mönchengladbach, der auch den Rhein-Kreis Neuss umfasst, ist die Zahl der arbeitslosen unter 25-Jährigen im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,9 Prozent gestiegen – stärker als in jeder anderen Altersgruppe; im Agenturbezirk waren im Dezember 2.508 unter 25-Jährige arbeitslos. Im selben Zeitraum ist bundesweit die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen um 8,2 Prozent gestiegen. Damit fällt der Anstieg im Agenturbezirk Mönchengladbach mit dem Plus von 13,9 Prozent deutlich stärker aus als auf Landes- und Bundesebene.

Vor diesem Hintergrund fordert Sassenrath, den Berufseinstieg junger Menschen stärker in den Mittelpunkt der Arbeitsmarktpolitik zu rücken. Die Arbeitsgentur müsse dabei auch Entwicklungen wie bei der Zahl der Schulabbrecher eng im Blick behalten, um vorausschauend zu agieren. Carl-Philipp Sassenrath dazu weiter: „Wenn wir nicht stark aufpassen, wird Jugendarbeitslosigkeit ein Thema. Und zwar auch bei gut ausgebildeten jungen Menschen, auch bei Akademikern. Wir haben das schon in anderen europäischen Ländern beobachten müssen. Und erste Anzeichen sind bei uns da. Da müssen wir jetzt sehr schnell und entschlossen entgegenwirken.“

Sassenrath rief das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dazu auf, ein Konzept vorzulegen, um jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und Jugendarbeitslosigkeit vorzubeugen. Dazu müsse man auch zusätzliche Anreize für Arbeitgeber in Betracht ziehen. Junge Menschen könnten ihrerseits zur Lage beitragen: „Wir müssen zusammen einen neuen Ehrgeiz entwickeln. Dazu zählt auch, dass der Mensch nicht beim Abitur und beim Studium anfängt. Wir brauchen einen neuen Fokus auf Ausbildungsberufe und speziell auf das Handwerk.“

Genau diese Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit bildete einen der Hauptpunkte im Rahmen eines Jahresauftaktgesprächs des direkt gewählten Bundestagsabgeordneten für Neuss, Dormagen, Grevenbroich und Rommerskirchen, Carl-Philipp Sassenrath, mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Diese hatte die Abgeordneten im Agenturbezirk zum Gespräch geladen. Gemeinsam mit Stavroula Tsiantes, Geschäftsführerin operativ, und dem Landtagsabgeordneten Jochen Klenner wurde die aktuelle Lage des Arbeitsmarktes im Rhein-Kreis Neuss und in Mönchengladbach sowie die Jahreszahlen von 2025 und die Vorausschau für 2026 erörtert.

Im Dezember 2025 lag die Zahl der Arbeitslosen im Rhein-Kreis Neuss bei 15.980 Personen. Gleichzeitig ging die Arbeitskräftenachfrage im Gesamtjahr 2025 deutlich zurück. Die Zahl neu gemeldeter Stellen sank um 11,3 Prozent, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte einen leichten Abwärtstrend. Carl-Philipp Sassenrath dazu: „Schon in den letzten Monaten war der Arbeitsmarkt paradox: mehr Arbeitslose, obwohl mehr Fachkräfte gesucht werden. Es gab also ein Matching-Problem. Die sinkende Zahl offener Stellen hingegen spiegelt jetzt deutlich die schwierige wirtschaftliche Lage wider.“

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