Anruferzahlen bei der TelefonSeelsorge Neuss steigen – zeigt die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements

Welche Sorgen treiben Menschen um, die sich an die TelefonSeelsorge wenden? Wie werde die Ehrenamtler der TelefonSeelsorge geschult, um auf solche seelischen Herausforderungen zu reagieren? Diese und andere Fragen stellte der direkt gewählte Neusser Bundestagsabgeordnete Carl-Philipp Sassenrath im Gespräch mit der neuen Leiterin der Neusser TelefonSeelsorge Susanne Helpenstein.

„Die meisten Sorgen, die die Anruferinnen und Anrufer im vergangenen Jahr beschäftigten, bezogen sich auf Erkrankungen und körperliche Probleme, gefolgt von Ängsten und Angststörungen und dem Thema Einsamkeit“, so Susanne Helpenstein. Noch im vergangenen Jahr lag das Thema Einsamkeit auf dem ersten Platz. Beraten werden Anruferinnen und Anrufer von den rund 70 ehrenamtlichen Kräften, die sich in Neuss engagieren. Diese führten im vergangenen Jahr 12.303 Gespräche und verzeichneten mehr als 1.000 E-Mail-Kontakte. Das bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber 2024, als die Neusser TelefonSeelsorge 12.141 Telefongespräche führte.

Deutschlandweit gibt es 104 Standorte der TelefonSeelsorge, an denen rund 7.700 Mitarbeitende an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr ein offenes Ohr und offene Augen für die Sorgen anderer Menschen haben, denn die ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sind inzwischen nicht mehr nur telefonisch, sondern auch per E-Mail und Chat erreichbar.

Sassenrath zeigte sich von der ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden beeindruckt, denn diese stehen jährlich nicht nur an zwanzig Tagen für eine vierstündige Tagesschicht zur Verfügung, sondern auch in acht Nächten für eine achtstündige Nachtschicht. Darüber hinaus nehmen sie elf Mal im Jahr an einer zweistündigen Supervision teil und an einem gemeinsamen Wochenende. Susanne Helpenstein betonte die hohe Bedeutung der Supervision, die den Seelsorgerinnen und Seelsorgern helfen soll, das Gehörte besser zu verarbeiten.

„Ich bin den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar, ohne deren hohes persönliches Engagement das niederschwellige kostenfreie Angebot der TelefonSeelsorge nicht möglich wäre“, hob Carl-Philipp Sassenrath hervor. Auf den Sozialen Medien stellt er gemeinsam mit der Leiterin die Arbeit der TelefonSeelsorge Neuss in einem Video seiner Reihe „Deutschland, was können wir eigentlich“ vor.

In der Vergangenheit hat die Telefonseelsorge ständig wachsende Zahlen an Kontaktversuchen verzeichnet. Nicht alle Anrufe können abgedeckt werden, durchschnittlich gelingt es zwischen 50 und 55 Prozent der Anrufer, eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner persönlich zu erreichen – Ziel ist jedoch, diese Quote auf 75 Prozent zu steigern. Damit dies gelingt und die dafür erforderliche Steigerung der Zahl der ehrenamtlich Mitarbeitenden erreicht werden kann, bietet die TelefonSeelsorge Neuss im September dieses Jahres neue Ausbildungskurse ein. Eine erste Informations-Veranstaltung findet bereits am 28. April 2026, 18.00 Uhr im Familienforum Edith Stein statt. Interessenten sind herzlich willkommen. Die Ausbildung dauert rund ein Jahr und sorgt dafür, dass neue Seelsorgerinnen und Seelsorger auf ihre neuen Aufgaben sehr gut vorbereitet sind. Wenn Sie Interesse am Ehrenamt bei der TelefonSeelsorge Neuss haben, dann melden Sie sich gerne per Mail buero@tsneuss.de oder per Telefon 02131/23575. Das Team der TelefonSeelsorge Neuss freut sich über Ihr Interesse.

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